Glauchaviertel
Arbeitszweige · 9. August 2010 · Johann-Christian Fromme
Als wir vor etwa 10 Jahren in die Georgenkirche eingezogen sind, sind wir auch Teil des Glauchaviertels geworden. Uns ist wichtig geworden, dass Kirche kein isoliertes Gebäude ist und dass Gemeinde keine Insel ist, auf der wir nicht mitbekommen, was um uns herum passiert. Wir merken, dass wir als Christen von Gott Verantwortung für den Ort haben, in dessen Mitte wir leben. So haben wir vor einigen Jahren angefangen, gezielt für das Glauchaviertel zu beten.
War doch Glaucha ein vergessener Stadtteil. Man hatte den Eindruck, dass hier die Zeit stehen geblieben war und die positive Entwicklung anderer Stadtviertel hier einfach nicht stattgefunden hatte. Die Häuser und Straßen waren grau, Schmutz lag überall herum und die Stimmung war bedrückend. So haben wir einfach angefangen, Gott alles im Gebet hinzulegen und ihn einzuladen. Wir haben angefangen für die Familien zu beten, für die alten Leute, für die heimatlosen Kinder. Wir haben Gott gebeten, neues Leben in das Viertel zu bringen, Hoffnung in die Traurigkeit und Tristheit zu geben. Wir haben gespürt, unser großer Gott, unser liebender Vater ist so interessiert an diesem Viertel, an den Menschen und an der Situation in der sie leben. Für Ihn ist keine Not unbedeutend, kein Schmerz zu klein.
Wie so oft haben wir auch hier wieder erlebt, wenn wir Gott um etwas bitten, kommt etwas in Gang, kommt Veränderung. Gott beantwortet Gebet. Er liebt es, wenn wir Ihn einbeziehen und Ihm alles zutrauen. Wir durften und dürfen erleben, wie sich Stück für Stück Dinge verändern. Das vergessene Viertel bekommt auf einmal Aufmerksamkeit. Da gibt es einen Stadtteil in Zentrumsnähe, der richtig Potential hat, merken Politiker und Stadtplaner. Wir haben uns gefreut, dass Fördermittel für die Sicherung der Häuser gerade für Glaucha bestimmt wurden. Interessanterweise wird auf einmal die Aufmerksamkeit für Familien wach, die es nicht so leicht haben, die Hilfe brauchen. Und Hilfe kommt. Soziale Projekte werden in Gang gesetzt. Wir freuen uns, dass Gemeindeglieder ganz bewußt nach Glaucha ziehen, um anwesend zu sein und im täglichen Leben Nachbarbeziehungen aufbauen.
Wir spüren aber, dass noch soviel vor uns liegt. Wie heißt es im Vaterunser: “… dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden!” Gottes Reich ist voller Liebe und Barmherzigkeit, voller Gnade und Gerechtigkeit. Gott ist für die Schwachen, die Verzagten und die Kranken da und er freut sich, wenn Menschen heil, fröhlich, dem Leben wieder zugewandt werden, wenn Familie und Ehe gelingt, wenn Kinder zuversichtlich sind. Deshalb wollen wir weiterbeten und auch handeln, wir wollen als Gemeinde ein Ort sein, wo man zu Hause und angenommen ist und wir wollen zu den Menschen gehen, Ihnen die Liebe Gottes weitergeben und Ihnen sagen:” Es gibt einen guten und liebevollen Gott, der Glaucha nicht vergessen hat”.
Tags: · Gebet, Gemeinde, Georgenkirche, Glauchaviertel
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