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Was ist Anbetung

Gedanken · 26. Mai 2007 · Webmaster

Der folgende Artikel soll etwas umfassender und vertiefender auf das Wesen und den Inhalt von Anbetung eingehen.

1. Anbetung ist Hingabe

Wenn neues und altes Testament über Anbetung, von Anbeten sprechen, verwenden sie im wesentlichen dasselbe, inhaltlich ähnliche Wort:

hebraisch (shaw-khaw) = Altes Testament

griechisch (pros-kuneo) = Neues Testament

Das bedeutet: (niederfallend) anbetenjmdm. knieend, niederfallend oder liegend huldigen; jmdn. anbeten; jmdn. fußfällig verehren; sich zu Boden werfen-entweder um Respekt zu erweisensich zu beugen, sich niederzuwerfen vor einem Höhergestellten, Überlegenen zur Ehre, Huldigung
Quelle: OnlineBible

Anbetung ist ausschließlich eine Sache zwischen mir und Gott. Es die intensivste Form der Beziehung.

Niederfallen, sich beugen – das ist in allererster Linie ein Zeichen der Hingabe an Gott. Ich gebe alles aus meiner Hand und lege es in seine. Ich öffne alle Türen meines Herzens, auch die kleinste verborgenste Kammer und offenbare mich Gott so, wie ich wirklich bin. Ich lasse keine Geheimnisse mehr vor ihm zu. Ich setze mich seinem Handeln und seinem Wirken aus; ich werde stumm.

Ich verzichte vor Gott auf alles, was ich habe und vorweisen könnte. Ich achte es für nichts, sondern stelle Jesus in den Mittelpunkt, seine Person, sein Wesen,seine Werke. Ein Beispiel dafür gibt uns Paulus im Philipperbrief:

Philipper 3, 10 – 11: ja ich achte nun auch alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe, und ich achte es für Unrat, damit ich Christus gewinneund in ihm erfunden werde, daß ich nicht meine eigene Gerechtigkeit (die aus dem Gesetz) habe, sondern die, welche durch den Glauben an Christus erlangt wird , die Gerechtigkeit aus Gott auf Grund des Glaubens,zu erkennen ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, daß ich seinem Tode ähnlich werde,ob ich vielleicht zur Auferstehung aus den Toten gelangen möchte

Ich trenne mich von dem Anspruch, selbst über mein Leben zu entscheiden und gebe mich Gott als Opfer hin:

Römer 12, 1: Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, kraft der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringet als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst!

Anbetung ist der Zeitpunkt, in dem ich Gott mein Leben wirklich übergebe, in dem ich alle vorherigen Wortbekundungen in die Tat umsetze. Anbetung macht mich verletzlich. Aber ich kann darauf vertrauen, daß Gott die Macht, die ich ihm über mein Leben gebe, nicht mißbraucht.

2. Anbetung ist wichtig

Ob wir es wollen oder nicht, sie ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens. Menschen sehnen sich danach anzubeten. Alle Menschen beten an – die Frage ist nur, was bzw. wen. Es ist Gott überaus wichtig, daß wir ihn anbeten:

a) Das erste, worüber Gott zu Mose sprach, war Anbetung:

2. Mose 20, 1-5: Da redete Gott alle diese Worte und sprach:Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause, geführt habe.Du sollst keine andern Götter neben mir haben!Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder dessen, das oben im Himmel, noch dessen, das unten auf Erden, noch dessen, das in den Wassern, unterhalb der Erde ist.Bete sie nicht an und diene ihnen nicht; denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen.

b) Der Teufel wollte Jesus alle Reiche der Erde geben, wenn er ihn anbetet:

Matthäus 4, 8-10: Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeitund sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest.Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir Satan! denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen HERRN, und ihm allein dienen.

c) Anbetung ist eine richtungsweisende Entscheidung für mein Leben. Wen oder was ich anbete, dem folge und diene ich. Es ist ohne weiteres möglich, andere Dinge anzubeten – Menschen, materielle Werte (Geld), Ruhm, meine eigenen Erfolge …

Beispiele für Anbetung anderer Dinge:

Daniel 3, 5 – 6: Sobald ihr den Klang der Hörner, Flöten, Zithern, Harfen, Psalter, Sackpfeifen und aller Arten von Musik hören werdet, sollt ihr niederfallen und das goldene Bild anbeten, welches der König Nebukadnezar aufgestellt hat.Wer aber nicht niederfällt und anbetet, der soll augenblicklich in den glühenden Feuerofen geworfen werden!

Micha 5, 13:Auch deine Bilder und deine geschnitzten Bildsäulen will ich aus deiner Mitte vertilgen, daß du das Werk deiner Hände nicht mehr anbeten sollst.

3. Anbetung Gottes

Anbetung Gottes findet auf einer ganz anderen geistlichen Ebene statt – sie kommt aus dem Geist:

Johannes 4, 23 f.: Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und in Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.

Anbetung ist Beziehungssache. Beziehung braucht Kommunikation. Kommunikation braucht aber eine gemeinsame Ebene, eine gemeinsame Sprache. Wenn Gott Geist ist, wie die Bibel sagt, so muß auch unsere Beziehung zu Gott auf dieser Ebene stattfinden. Wenn wir Jesus als unseren Retter, als Herrn über unser Leben angenommen haben, sind wir dazu befreit, Jesus zu lieben und und ihn im Geist anzubeten. Denn dann hat uns Gott einen neuen, wiedergeborenen Geist geschenkt, der fähig ist, Gott zu erkennen und anzubeten.

Hier liegt der Hauptunterschied zwischen der Anbetung Gottes (christliche Anbetung) und der Anbetung von anderen Dingen (religiöse Anbetung):

Christliche Anbetung:
Sie kommt aus unserem wiedergeborenen Geist
Sie ist ein Werk der Gnade Gottes in unserem Herzen.
Sie entspringt aus einer inneren Beziehung zu Gott.
Sie ehrt den, den man anbetet. Ihr Ziel: Jesus soll verherrlicht werden.

    Religiöse Anbetung:
    Sie kommt aus dem “Fleisch”, aus dem natürlichen Menschen.
    Sie versucht mit Hilfe äußerlicher Werke eine innere Beziehung zu Gott aufzubauen.
    Sie ehrt den, der anbetet. Sie vergleicht sich mit der Verehrung, die andere darbringen.

      Beispiel:

      Lukas 18, 10-14: Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst also: O Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich erwerbe.Und der Zöllner stand von ferne, wagte nicht einmal seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir Sünder gnädig!Ich sage euch, dieser ging gerechtfertigt in sein Haus hinab, eher als jener; denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

      4. Anbetung ist Lebensstil

      a) Die Form ist nicht entscheidend. Es gibt viele Mittel und Möglichkeiten, sich Gott ganz hinzugeben!! Insbesondere ist Musik oder gar eine bestimmte Art von Musik nicht das ausschließliche Mittel für Anbetung. Auch die musikalische oder rhetorische Qualität ist zweitrangig.

      b) Gott will keine Mogelpackung. Für Gott ist nicht entscheidend, welche Verrenkungen wir bei der Anbetung machen und ob das von außen besonders toll oder dilettantisch aussieht. Er möchte, daß wir uns in Anbetung ihm hingeben, nicht, daß es nur so aussieht, als ob.

      Das ist wie bei einem Weihnachtsgeschenk. Wir sind enttäuscht über ein Geschenk, daß zwar die wunderbarste Verpackung hat, aber leer ist. Glücklich machen uns dagegen die Geschenke, deren Verpackung zwar nicht der Rede wert ist, die aber genau das beinhalten, was wir uns schon lange gewünscht haben.

      Unsere Anbetung soll keine Tradition, keine religiöse Handlung werden. Eine hohle, inhaltsleere Anbetung lehnt Gott ab:

      Amos 5, 23: Tue nur weg von mir das Geplärr deiner Lieder, und dein Harfenspiel mag ich gar nicht hören!

      c) Anbetung ist in allen Lebenslagen nötig. Sie soll ein fester Bestandteil unseres gesamten Lebens werden und ist nicht nur dann “dran”, wenn uns danach ist.

      Hiob 1, 20 – 21: Da stand Hiob auf und zerriß sein Kleid und schor sein Haupt und fiel zur Erde nieder und betete an. Und er sprach: Nackt bin ich von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahingehen; der HERR hat gegeben, der HERR hat genommen, der Name des HERRN sei gelobt!

      Apostelgeschichte 16, 25: Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott mit Gesang, und die Gefangenen hörten sie.

      Denn Anbetung Gottes bewirkt, daß wir unseren Blick auf das Wesentliche konzentrieren – Jesus. Das kann oftmals viel mehr bewirken als scheinbar große Taten im Sichtbaren. Wenn wir uns Gott in Anbetung hingeben, entsteht der Freiraum für die Werke Jesu. Und die übersteigen unsere Möglichkeiten bei weitem.

      Literaturempfehlung: Sammy Tippit, Anbetung – Ein Leitfaden, 1990, Verlag der Liebenzeller Mission, Bad Liebenzell

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